| Zusammenfassung zur 5. Sitzung des PLK |
| Mittwoch, 30. März 2011 | |
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Zusammenfassung zur 5. Sitzung des PLK vom 25.März 2011
Ø Zu Beginn der Sitzung kam das schöne Frühlingswetter zur Sprache, welches uns auch wieder eine Zeit des philosophischen Staunens und Betrachtens beschert ob der erwachenden Natur. Fragen drängen sich dem denkenden und betrachtenden Menschenverstande auf; solche Fragen wie: · Was ist „Schönheit der Natur“? · Was ist „Natur“ überhaupt? · Was ist „Lebensfreude“? · Was ist letztlich unser „Lebensgrund“? Jedes echte Philosophieren versucht einen Zusammenhang zu sehen zwischen „Allem was ist“ und lädt uns eben ein zum Verweilen beim Schauen und Betrachten von Natur, Ordnung und Sein. Dass das Osterfest in die Frühlingszeit des Jahres fällt, ist also durchaus ein sinnfälliges Zeichen für Leben und Lebensfreude.
Ø In eigener Sache: Um die Planung der 2. Sitzungsperiode (7-8 Sitzungen) von September 2011 bis Mai 2012 des Philosophischen Lesekreises vorzubereiten, mögen sich die Teilnehmer/innen Wünsche und Themenvorschläge überlegen, die dann als philosophische Leitlinien für diese 2. Sitzungsperiode gelten könnten. Aus diesen Vorschlägen ist dann natürlich einvernehmlich ein Leitthema auszuwählen. Die Aussprache darüber soll in der letzten Sitzung vor der Sommerpause erfolgen, also am 27. Mai 2011. Als mögliche Beispiele für solche philosophische Leitlinien wurden einige genannt und können gerne durch weitere ergänzt werden: · Von der Wahrheit. Was sagen Philosophen, Theologen, Poeten und Literaten, Naturwissenschaftler, …. zur Wahrheit? · Von den Tugenden des Menschen. Josef Pieper: „Über die Tugenden Klugheit · Gerechtigkeit · Tapferkeit · Maß“. · „Was heißt Philosophieren?“ von Josef Pieper. · „Was heißt Glauben?“ von Josef Pieper. · Was ist das Glück des Menschen? · „Tod und Unsterblichkeit“ von Josef Pieper. · Philosophie und die Enzyklika: „Fides et Ratio“ von Papst Johannes Paul II. und andere Enzykliken. · „Über die Liebe“ von Josef Pieper und die Enzyklika „Deus Caritas Est“ von Papst Benedikt XVI. · Themen aus der Medizin/Technik im Betreff des Lebensganzen. · Recht, Gerechtigkeit und Naturrecht in philosophischer Hinsicht. · Philosophie, Mensch und Wissenschaft.
Ø Nach diesen Vorüberlegungen nahm der PLK den Faden bei Josef Pieper wieder auf an der Stelle in „Arbeit - Freizeit - Muße“, wo es heißt: „ Ich öffne das Auge der Seele, und nun dringt die Wahrheit, die unan-schauliche, in mich ein, ohne dass es dazu einer besitzergreifenden Anspannung meinerseits bedarf ?“ Es folgte eine rege Diskussion darüber, was es nun mit dieser darin genannten „Wahrheit“ auf sich habe. Es wurden einige Sprichwörter beigebracht, in denen der Volksmund Wahrheit in fast konservierter Form formuliert hat, nämlich: · „Kindermund tut Wahrheit kund“. · „Wahres ist nur Bares“. · „In vinum veritas“. Und im Hochgebet der heiligen Messe betet der Priester: Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde. Was also ist in einer solchen Rede und dann auch im Gebet mit dem Begriff Wahrheit überhaupt gemeint, so die Frage im PLK. Bekanntlich stellte auch Pilatus dem geschundenen Christus schon die Frage: „Was ist Wahrheit?“ Eine durchaus sperrige und auf den ersten Blick wenig zugängliche Definition von Thomas von Aquin lautet:
„Respondeo dicendum quod veritas consistit in adaequatione intellectus et rei […]. Quando igitur res sunt mensura et regula intellectus, veritas consistit in hoc, quod intellectus adaequatur rei, ut in nobis accidit, ex eo enim quod res est vel non est, opinio nostra et oratio vera vel falsa est. Sed quando intellectus est regula vel mensura rerum, veritas consistit in hoc, quod res adaequantur intellectui, sicut dicitur artifex facere verum opus, quando concordat arti.“[6] [7] „Ich antworte, es sei zu sagen, dass Wahrheit in der Übereinstimmung von Verstand und Sache besteht […]. Wenn daher die Sachen Maß und Richtschnur des Verstandes sind, besteht Wahrheit darin, dass sich der Verstand der Sache angleicht, wie das bei uns der Fall ist; aufgrund dessen nämlich, dass die Sache ist oder nicht ist, ist unsere Meinung und unsere Rede davon wahr oder falsch. Wenn aber der Verstand Richtschnur und Maß der Dinge ist, besteht Wahrheit in der Übereinstimmung der Dinge mit dem Verstand; so sagt man, der Künstler verfertige ein wahres Kunstwerk, wenn es seiner Kunstvorstellung entspricht.
Diese Definition muss man sich, so die einhellige Meinung im PLK, mehrfach und in verschiedenen Anläufen immer wieder vor die Augen bringen. Dazu soll in der nächsten Sitzung auch die kleine Schrift von Martin Heidegger: „Vom Wesen der Wahrheit“ in kopierter Form jedem/jeder Teilnehmer/in vorliegen und dann weitere Aufhellungen und Klärungen für diesen doch so grundlegenden philosophischen Begriff erfolgen. Damit und mit den schon vorhandenen Texten kann dann auch einiges zum Wahrheitsbegriff beigebracht werden.
Beste Grüsse: G.H. |

