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Ungewohnt laut, ungewohnt bunt und ungewohnt rhythmisch ist es in der katholischen Pfarrkirche St. Ludgerus in Heek. Mit abwartenden bis skeptischen Gesichtern sitzen ungewohnt viele junge Menschen zwischen reiferem Publikum. Alle tauen sie zusammen auf, denn das, was sie hier mit der liturgischen Revue „Way of Life“ an diesem Abend erleben, könnte für viele immer so sein.
Die Band der Jugendkirche „Effata“ aus Münster bietet zusammen mit dem Jugendchor Heek eine große musikalische Bandbreite, die von rockig bis balladesk reicht. Die geistlichen Texte der Lieder stammen fast alle aus der Werkstatt der Jugendkirche. Sie stehen für all das, was junge Menschen im Leben mit Gott bewegt. Optisches Leitmotiv ist die Weggabelung, die immer wieder auf einer Großleinwand erscheint. Domvikar Michael Ostholthoff und Thorsten Schmölzing, Diözesanseelsorger und Pfarrer der Jugendkirche „Effata“, geben im Wechsel geistliche Anregungen dazu. Eine Weggabelung sei ein Punkt im Leben, wo eine Entscheidung gefällt werden müsse. Jeder frage sich, welche die richtige sei. Eine Lebensfrage, die sich gerade junge Menschen besonders intensiv stellen. Entscheidungen für sich zu treffen, gehöre im Leben dazu. Ausschnitte aus Filmen machen die liturgische Revue zu einem kleinen Kinoabend, der die Erkenntnis vermittelt, dass jeder die Freiheit der Entscheidung habe. Freunde seien dabei ganz wichtig. „Ein guter Begleiter zeigt mir, wer ich bin. Ein guter Begleiter macht Mut. Ein guter Begleiter sagt mir seine Meinung“, sind die Botschaften, die das gebündelte Fazit aus den Filmausschnitten sind. Dazu passt das Lied „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt“.
Immer wieder wandern bunte Lichtmuster über die Köpfe der Besucher. Sie tauchen alles in leuchtende Vielfarbigkeit, während künstliche Nebelschwaden den Altarraum und die Zuhörer einhüllen. Ostholthoff bezieht mehrmals die Besucher in die Revue ein. Er stellt ihnen Fragen, die sie mit Leuchtstäbchen beantworten sollen. Grün stehe für Ja, Rot für Nein. Überrascht und gut gelaunt macht das Publikum mit.
Die Skepsis des Anfangs ist längst wie weggeblasen. Sie ist Erstaunen und freudigem Mitmachen gewichen. Spätestens hier erreichen die Texte jeden im voll belegten Kirchenschiff. Der Segen und das gemeinsame „Vaterunser“ vereinen alle zu einer Gemeinde im Rahmen der liturgischen Revue, die trotz der Länge von knapp zwei Stunden nie langweilig wird. Jubel gibt es besonders für die Band, die mit hervorragenden Musikern aus Münster nach Heek gekommen war. „Die Band war schon im ganzen Bistum unterwegs und jetzt endlich in Heek“, freut sich Ostholthoff in das begeisterte Klatschen der Besucher hinein.
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