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Seit 1967 ist Pfarrer em. Wilhelm Niehaves in seiner Pfarrgemeinde im Heeker Ortsteil Nienborg unterwegs. Hier kann er am 28. September 2008 seinen 80. Geburtstag feiern. „Noch immer ist in ihm eine pastorale Unruhe, die antreibt sich auf den Weg zu den Menschen zu machen“, beschreibt Pfarrer Josef Leyer von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz Heek den Jubilar. Er hat dem Geburtskind das Buch „Straßen der Menschen – Wege des Glaubens“ gewidmet. Wie kaum ein anderer kennt Pfarrer Niehaves die Haupt-, Neben- oder Stichstraßen sowie die Schleichwege vor Ort. Über 40 Jahre hat er wahrgenommen, wie sich das Gesicht der Straßen und der Ortsteil Nienborg verändert haben. Das geschah durch Neupflasterung, neue Teerdecken und Bürgersteige, durch Straßenverengungen und Querungshilfen, durch Umbau, Ausbau und Neubau von Straßen. Als die Straßennamen innerorts eingeführt wurden, hat Wilhelm Niehaves sich mit dem Auto auf den Weg gemacht und seine eigene Straßennamenskarte gezeichnet. Mit jedem neuen Baugebiet entstanden neue Straßen und Wege, neue Straßennamen und Häuser. Diese Sicht auf die Straßen teilt er mit vielen Mitbürgern. Für ihn aber sind die „Straßen der Menschen“ zu „Wegen des Glaubens“ geworden. Über vier Jahrzehnte hat er Freud und Leid der Menschen geteilt und hat sich als Priester zu ihnen auf dem Weg gemacht. So könnte er Straße für Straße in seiner Pfarrgemeinde durchgehen und dabei von Menschen und Schicksalen, von Begegnungen und Veränderungen in Familien, von Generation zu Generation erzählen. Für ihn ist klar: Der Weg, den die Kirche zu gehen hat, ist der Mensch. Wie oft war und ist er zu Fuß unterwegs. Mehrmals täglich geht der Jubilar über den Steinweg zur Burg zur Kirche, abends die Runde Hauptstraße, Niestadt, Achter de Stadt und Steinweg. Dabei ist er selten allein. Menschen begegnen ihm und fragen: „Wie geht’s?“ Sie gehen ein Stück des Weges mit und dann geht jeder wieder seine eigenen Weg. Auf Schritt und Tritt kann man der Ortsgeschichte begegnen. Wer zum Beispiel vor dem Burgtor steht und auf den Steinweg schaut, hat rechte Hand die vom Heimatverein gepflanzte Gerichtslinde im Blick. Ihm kann bewusst werden, dass hier früher der Gerichtsplatz war. Auch heute trägt dieser Platz wieder diesen Namen. Vom 12. bis 19. Jahrhundert hatte die Burg die Gerichtsbarkeit, das „ius gladii“. Das Gericht tagte unter Gerichtslinde. Nur bei schlechtem Wetter wurde im zweiten Burgtor Gericht gehalten, in der so genannten „Weinpforte“. Manche Straßennamen halten die Erinnerung an längst vergangenen Zeiten wach. Erklingt dieser Straßenname dann klingt Geschichte an. Gemeinsam unterwegs auf den Straßen der Menschen und den Wegen des Glaubens, das hat für Christen eine tiefe Bedeutung. Die Kirche ist „Volk Gottes unterwegs“. „Wir entdecken immer neue Wege des Glaubens, wenn wir in der Spur Jesu laufen“, macht Pfarrer Josef Leyer deutlich, dass Pfarrer em. Wilhelm Niehaves in dieser Spur der „Geh-Pastoral“ unterwegs zu den Menschen war und ist. Der 80. Geburtstag ist Zeit, inne zu halten. Das Buch geht in Text und Bild den Wegerfahrungen, den Straßen der Menschen und den Wegen des Glaubens von Pfarrer Niehaves in seiner Gemeinde im Heeker Ortsteil Nienborg nach. Dabei ist das 143 Seiten starke Werk ein Dank für alle Wege, die Pfarrer Niehaves mitgegangen ist und alle Wegstrecken, die er als Pastor auf sich genommen hat. Bevor die Straßen ihren Namen erhielten galten die Brandkatasternummern von 1768 und den Folgejahren. 1959/60 wurde die Einführung der Straßennamen beschlossen. „Es ist erstaunlich, wie viele Straßen es gibt“, regt Josef Leyer zum Nachdenken an, da die Straßen mehr als ein Straßenwegenetz sind. „Ihre Namen enthalten nämlich Botschaften, die bei ihrer Benutzung zum Nachdenken animieren.“ Von A bis Z reichen die zurzeit fast 90 Namen im Straßenverzeichnis für den Ortsteil Nienborg (Dorf und Bauerschaften) der Kommunalgemeinde Heek, von A wie „Achter de Stadt“ bis Z wie „Zum Tannenkamp“. Die Auflistung der Straßennamen liest sich wie eine wenn auch unvollständige Stichwortsammlung zu den Themen Geographie, Flora und Fauna, Heimatgeschichte, Gemeindeentwicklung und Kirchengeschichte, Flurbezeichnungen, Mundart und Persönlichkeiten. „Mit dieser Hilfe lässt sich ein Ortsprofil von Nienborg erstellen,“ lädt Pastor Leyer die Bevölkerung zum Lesen des Buches ein, das vielfältige und interessante Informationen über den Dinkelort liefert. Gleichzeitig lädt die Kirchengemeinde Heilig Kreuz die Gläubigen zur Geburtstagsfeier von Pfarrer em. Wilhelm Niehaves ein. Der Festtag beginnt am Sonntag, 28. September 2008 um 9:30 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Chorgesang des Kirchenchores St. Cäcilia Heek. Hierzu werden alle Vereins und Verbände gebeten, mit Bannerabordnungen teilzunehmen. Anschließend ist der Empfang im Haus Hugenroth. Hier wird Pfarrer Josef Leyer die Festschrift an den Jubilar überreichen. An diesem Tag beginnt auch der Verkauf der Festschrift. Anschließend kann die Festschrift während der Öffnungszeiten im Pfarrbüro erworben werden. Der Preis beträgt 10 Euro. Alle Vereine, Verbände und alle, die sich Pfarrer em. Wilhelm Niehaves besonders verbunden fühlen, sind zum Festhochamt und anschließendem Empfang recht herzlich eingeladen. Pfarrer em. Wilhelm Niehaves verzichtet auf persönliche Geschenke. Vielmehr bittet er um eine Spende für die Restaurierung des Taufe Jesu Fensters.
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