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Paulus, der Völkerapostel – zu entdecken im Nienborger Chorfenster der Pfarrkirche St. Peter und Paul
Da Papst Benedikt am 28. Juni dieses Jahres das Paulusjahr 2008/2009 eröffnet, ist das für Pfarrer Josef Leyer von der Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz Heek ein willkommener Anlass, im Oster-Pfarrbrief über diesen Apostel zu berichten und der Persönlichkeit dieses Kirchenlehrers ein wenig näher zu kommen. So ist der Apostel Paulus gleichzeitig neben Petrus auch Patron der Nienborger Pfarrkirche. So findet sich im Chorraum des Nienborger Gotteshauses auch das große, bunte Paulusfenster, das wichtige Stationen im Leben des Apostels eindrucksvoll darstellt. So geht Pfarrer Josef Leyer der Frage nach, was charakterisierte den Menschen Paulus? Er war ein gebildeter und gewandter römischer Staatsbürger, der aus der jüdischen Diaspora stammte, ein Weltmensch, der sich gewählt und differenziert in Wort und Schrift ausdrücken konnte. Als Mensch war er sicher schwierig: er war leidenschaftlich bis zum Fanatismus, zuweilen auch schroff und mit dem Hitzkopf Paulus war sicherlich nicht leicht auszukommen. Zu Beginn seines Wirkens tritt er als leidenschaftlicher, hasserfüllter Christenverfolger auf, der für seine Überzeugung über Leichen geht. Er ist ein Eiferer für das Gesetz und die väterlichen Überlieferungen. Der „neue Weg“ der Christen provoziert ihn. Er hat bei Gewalttaten gegen Christen eine führende Rolle gespielt, wie zum Beispiel bei der Steinigung des Stephanus. Diese Szene ist im obersten Mittelteil des Nienborger Paulusfensters treffend dargestellt: Paulus als Handlager der Bösen, der die Steinigung befiehlt und überwacht. Der Wendepunkt im Leben dieses Mannes vom Saulus zum Paulus ereignet sich vor Damaskus, als den berüchtigten Christenverfolger plötzlich ein starkes vom Himmel umstrahlt und eine Stimme ihn fragte: „Saul, Saul, warum verfolgst Du mich?“ Als Saulus fragt: „Wer bist Du, Herr?“ antwortet die Stimme „Ich bin Jesus, den du verfolgst!“ Das entscheidende Erlebnis in der Wüste vor Damaskus wirft den Weltbürger, den gebildeten Mann total aus der Bahn und der Christenverfolger lässt sich bekehren. Im Paulusfenster in der Nienborger Pfarrkirche ist dieses das zentrale Motiv: Er liegt wie besiegt am Boden, unbewaffnet und ungeschützt ist er dem gewaltigen Einbruch des Göttlichen hilflos ausgeliefert. Später sieht Paulus die dramatische Bekehrung vor Damaskus als Begegnung mit dem Auferstandenen: „Als letzten von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der Missgeburt. Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.“ (1. Kor. 15, 3-8). Nun verbreitet Paulus mit der gleichen Leidenschaft, mit der er die Christen verfolgt hat, die ihn bisher erlebt und gekannt haben, begegnen ihm zunächst mit Angst, Entsetzen und Misstrauen. Auf jüdischer Seite lehnen ihn viele ob seines plötzlichen Sinneswandels ab. Hass und Feindschaft schlägt ihm entgegen, ja man trachtet sogar nach seinem Leben. Doch Paulus lässt sich nicht entmutigen; 15 Jahre lang ist er für die Jesu Botschaft auf Reisen, oft zu Fuß unterwegs, gründet viele christlichen Gemeinden, schreibt Briefe und vermittelt in Streitigkeiten. Er wird der religiöse Denker, der große Völkerapostel für Gottes gute Nachricht. Die Frohe Botschaft trägt er in den ganzen Mittelmeerraum, auch nach Athen, wo er neben Zustimmung auch Spott und Ablehnung erfährt. Im unteren Drittel des Nienborger Chorfensters ist diese Szene aus dem Leben des Paulus dargestellt: Er verkündet als Apostel den Bürgern Athens das Evangelium. Für seinen Glauben an Christus, den Auferstandenen,. Wurde Paulus schließlich als römischer Bürger enthauptet. Christ sein konnte und kann Kopf und Kragen kosten – damals und heute. Paulus als machtvoller Verkünder des Wortes Gottes sagt: „Gottes Wort ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Es dringt durch bis zur Scheidung von Mark und Bein!“ So lautet das Thema der diesjährige Kinderbibelwoche der Kirchengemeinde Heilig Kreuz Heek anlässlich des Paulusjahres auch „Servus Paulus“. Die Kinderbibelwoche findet in diesem Jahr vom 29. September bis zum 2. Oktober statt. Angesichts der großen Beteiligung der Kinder an der alljährlichen Kinderbibelwoche werden etwa 40 Katechetinnen benötigt. Interessierte melden sich bitte bei Barbara Schneider, Tel.: 02568/1484.
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