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Firmvorbereitung
Samstag, 3. Oktober 2009

95 Jugendliche der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz Heek empfangen am Samstag, 6. Februar 2010 das Sakrament ihrer Firmung. Mit der Firmung wird die Taufe vollendet. Mit der Taufe und der Eucharistie bildet die Firmung die „drei Sakramente der christlichen Initiation“. Die Firmung ist das Sakrament, das den Heiligen Geist verleiht, um tiefer in der Gotteskindschaft zu verwurzeln, fester in Christus einzugliedern, die Verbindung mit der Kirche zu stärken, mehr an ihrer Sendung zu beteiligen und zu helfen, in Wort und Tat für den christlichen Glauben Zeugnis zu geben. „Die Firmung hat mit Deinem Glauben und mit dem Leben in der Kirche, in unserer Gemeinde und als Christ zu tun“, heißt es im Einladungsschreiben der Kirchengemeinde Heilig Kreuz an die Firmlinge. Mit der Entscheidung, das Sakrament der Firmung zu empfangen, können die Jugendlichen sagen: „Ich will als Christ leben!“ Damit können sie neben der Verantwortung für Aufgaben in Familie und Schule, auch die für ihren Glauben und ihre Mitchristen übernehmen. Die Vorbereitung auf die Firmung soll ihnen dabei helfen. Im Rahmen dieser Vorbereitung waren die Firmlinge am vergangenen Samstag beim „Tag der Firmlinge“ auf den Spuren des heiligen Ludgerus, dem ersten Bischof von Münster und Patron der Heeker Pfarrkirche, unterwegs. Begleitet wurden sie von Pfarrer Christoph Theberath, den Katechetinnen und einigen Mitgliedern des Pfarrgemeinderates. Zunächst wurden die Gläubigen im Kloster Gerleve von Pater Thaddäus in Empfang genommen. Sehr anschaulich berichtete er von der Entstehung und der Geschichte der Benediktinerabtei, die 1899 als bäuerliche Schenkung des Hofes Wermelt von Mönchen der Erzabtei Beuron gegründet und 1904 zur Abtei erhoben wurde. Patron ist der heilige Joseph. 1941 wurde die Gemeinschaft im Rahmen des „Klostersturms“ von den Nationalsozialisten bei Aufenthaltsverbot in den Provinzen Rheinland und Westfalen aus der Abtei vertrieben. Zwei Patres wurden im Konzentrationslager Dachau deportiert. 25 Mönchen mussten den Militärdienst ableisten. Acht von ihnen fielen im Krieg, zwei gelten seither als vermisst. Die Klostergebäude wurden teils als Heim der NS-Volkswohlfahrt „Mutter und Kind“, teils als „NS-Lehrhof der Hitlerjugend des Gaues Westfalen-Nord“ genutzt. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges bezog ein Luftwaffenlazarett die Gebäude. Es wurde nach der Befreiung am 30. März 1945 als Lazarett für Verwundete aller Nationen genutzt. Viele der Verwundete starben. 200 Tote wurden auf dem Klosterfriedhof beigesetzt. Erst am 23. Mai 1946 konnten die Mönche nach Gerleve zurückkehren. Aktuell zählt der Konvent 46 Mitglieder, darunter ein Däne und ein Schwede, und zwei Triennalprofessen. Am 24. August 2009 trat der Konvent zusammen und wählte den bisherigen Prior-Administrator Laurentius Schlieker zum neuen, und damit fünften Abt von Kloster Gerleve. Am Samstag, 24. Oktober 2009 wird Abt Laurentius durch Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, in der Gerlever Abteikirche zum Abt benediziert. Die sehr interessierten Firmlinge durchlöcherten Pater Thaddäus mit zahlreichen Fragen, die sich größten Teils um und über das Leben in der Ordensgemeinschaft handelte. Abschließend sangen sie gemeinsam das Lied „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, ehe sich die mehr als 100 Gläubigen auf den 8,7 Kilometer langen Weg, vorbei an Ludgerirast und am Ludgerusbrunnen, nach Billerbeck machten. Pfarrer Christoph Theberath erläuterte unterwegs die Bedeutung der jeweiligen Station und sprach mit den Teilnehmern ein Gebet. Als willkommene Unterbrechung hatten die Mitglieder des Pfarrgemeinderates auf dem Hof Nattler einen kleinen Imbiss vorbereitet. Zum Abschluss kehrten die Gläubigen aus Heek, Nienborg und Ahle in den Billerbecker Dom ein. Elisabeth Voss, erste Vorsitzende des Pfarrgemeinderates betonte, dass der Tag der Firmlinge mit dem Besuch im Kloster Gerleve und den Pilgerweg von dort nach Billerbeck seit Jahren einen festen Platz in der Firmvorbereitung erlangt hat. Sie äußerte sich sehr lobend über das äußerst disziplinierte Verhalten der Firmlinge. Ihren Dank  richtet Elisabeth Voss auch an die Sportvereine der Gemeinde, die ihre Fußballspiele auf einen anderen Zeitpunkt verlegten, um den Jugendlichen die Teilnahme am „Tag der Firmlinge“ ermöglichten. -men-

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. November 2009 )
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