„Dank dem Vater, der uns zieht durch den Geist, der in dir glüht; Dank sei Jesus Christ, der durch seines Kreuzes Kraft uns zum Gottesvolk erschafft, das unsterblich ist“, unter diesem Leitwort steht die Einladung der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz zu den Feierlichkeiten an Pfingstmontag, 24. Mai 2010. An diesem Tag feiert Pfarrer Josef Leyer sein 25-jähriges Priesterjubiläum, das Kreuzzentrum wird eingeweiht und in der neuen alten Mitte findet ein großes Pfarrfest statt. „Der Beruf des Priesters wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, blickt Josef Leyer auf seine Kindheit zurück, wo er unmittelbar im Schatten der Kirche St. Nikolaus am Kirchplatz in Rosendahl-Holtwick aufwuchs. Die Freude an Liturgie, sein Zuhausesein in der Pfarrgemeinde und sein persönlicher Zugang zum Gebet haben ihn damals den Weg geebnet. Die Frage nach dem Geheimnis Gottes hat ihn in seiner Kind- und Jugendzeit nicht losgelassen, als das Tischgebet und der sonntägliche Besuch der Messe noch normal waren. In seiner Heimatgemeinde die klassische religiöse Sozialisation. Als Messdiener über Kinderchor, Sternsinger, kirchliche Jugendarbeit, Küsterdienste und Kirchenchor, Josef Leyer war schon in junger Zeit ein sehr aktiver Mann. Die Kreuzverehrung spielt für ihn seit jeher eine große Rolle. So hat der Jubilar zur Einweihung des Kreuzzentrums eine Schrift mit dem Titel „Christi Kreuz – der Christen Kraft“ erstellt. Schon als Kind hat ihn das gotische Coesfelder Gabelkreuz fasziniert. „Jahr für Jahr gingen wir Pfingstdienstag um fünf Uhr von Holtwick zu Fuß nach Coesfeld und nahmen an der großen Kreuztracht teil“, ist es für ihn eine Fügung, dass er als Pfarrer an einen Ort jahrhundertealter Kreuzverehrung gekommen ist. Deshalb ist er sehr dankbar, dass er 1994 seine Tätigkeit in Heek als „Kofferkaplan“, offiziell als „Kaplan und Pfarrverwalter zur Aushilfe in Heek“, aufnahm. In all den Jahren haben die Gläubigen viele Talente ihres sehr engagierten Pastors kennen gelernt. Ob als Aussteller, Schriftsteller, Sänger, Musiker, Maler, Dichter oder humorvoller Festredner wie beim Schützenfestjubiläum am vergangenen Wochenende, die Fähigkeiten von Josef Leyer sind sehr vielfältig - so facettenreich wie sein beruflicher Werdegang. Als junger Kaplan führte ihn seine erste Station in eine Urpfarre nach Beckum, wo namhafte Theologen wie Bischof em. Reinhard Lettmann zuvor tätig waren. Dort entdeckte er sein Interesse für die lokale Kirchengeschichte und erstellte seinen ersten kleinen Kirchenführer. Sein großes Vorbild ist Spiritual Johannes Bours, eine geistliche Priestergestalt in Ausstrahlung und Prägekraft. 1989 wurde Josef Leyer selbst Spiritual in Ostbevern, einem Internat und Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft. Schwerpunkte seiner Arbeit mit jungen Leuten waren die Durchführung von Exerzitien und die Organisation von Wallfahrten nach Rom, Assisi oder Santiago de Compostella. Sein Arbeitsgebiet umfasste auch die Durchführung von Ausstellungen, viele Gespräche mit Schülern, Eltern und Lehrer und geistliche Vorträge. „Spiri wurde ich an der Loburg genannt, da schwingt Sympathie und jugendliche Unbefangenheit mit“, beschreibt Josef Leyer die Arbeit aber auch als eine einseitige Sonderseelsorge an einem reinen Jungengymnasium. Dabei konnte er seinen kreativen Ideen freien Lauf lassen. So ermuntert er heute junge Leute „Entdecke, was in dir steckt! Dann wir das Leben zu einer spannenden Entdeckungsreise ins Land der Begabungen, der verborgenen Talente und der Inspirationen. „Vom Spiri zum Pastor, das war ein gewaltiger Lernprozess“, schaut Josef Leyer auf seine Tätigkeit in Heek, wo er sich an Stelle den weltlichen, nun auch den geistlichen und administrativen Dingen zuwenden muss. In späteren Geschichtsbüchern wird Pastor Leyer als Pfarrer der Fusion eingehen. Im Jahre 2003 kam es zum Zusammenschluss der Kirchengemeinden St. Ludgerus Heek, St. Peter und Paul Nienborg und Ahler Kapelle. Zur Fusion im Jahre 2003 gab es aus seiner Sicht keine Alternative. Für die Zukunft sieht er seine Hauptaufgabe darin, den Gläubigen zu helfen, ihren Glauben zu finden und zu behalten sowie ehrenamtliche Kräfte zu gewinnen. So weiß er, dass es in 2020 etwa 150 Gemeinden mit etwa einheimischen Diözesanpriestern im Bistum Münster geben wird. Da sind ehrenamtliche Frauen und Männer mehr denn je gefragt. So hat er in der Dinkelgemeinde in verschiedenen Gremien und Vereinen die Arbeit der Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen schätzen gelernt. Sein Ziel war und ist es, durch die Fusion eine Einheit zu schaffen und vieles gemeinsam zu machen. So freut es ihn, dass die Erstkommunion-, Firm und Beichtvorbereitungen in Heek, Ahle und Nienborg gemeinsam und inhaltsgleich durchgeführt werden und den Jugendlichen die Firmung gemeinsam gespendet wird. Leyer freut sich, dass die Gläubigen Grenzen überwinden und bei den Gottesdienstbesuchen und Taufterminen zwischen den Ortsteilen wechseln, was vor der Fusion nahezu undenkbar war. „Wir sind auf einem guten Weg, sind aber noch nicht am Ziel“, sieht Josef Leyer seine Zukunft in Heek, Nienborg und Ahle, wo es noch viel zu tun gibt und alles in der Schwebe des Lebendigen ist. So gibt es noch einige Projekte, um an der Kirche vor Ort weiter zu bauen. Dazu gehören die Grundsanierung des Pfarrheims in Nienborg oder die Anbauten an den Kindergärten St. Marien und St. Ludgerus in Heek. Gerne würde der Jubilar den Kontakt zu den Gläubigen pflegen, macht er kein Hehl daraus, dass die Fusion mit einigen Schwierigkeiten behaftet ist und dadurch unter anderem ein Verlust an Nähe eingetreten ist. Eine echte Anteilnahme und tiefe Verbundenheit der Familie, der Gemeine und den Freunden erfuhr Pfarrer Josef Leyer, als er im vergangenen Jahr erkrankte und einen längeren Zeitraum nicht im Dienst war. „Die Krankheit war für mich eine Zeit der Relativierung. Vieles wurde immer unbedeutender. Zeitweilig ersetzbar zu sein und nicht unersetzlich, dass war auch eine tiefe Erfahrung“, hatte er Zeit –Gott sei Dank - wieder aufzutanken. Josef Leyer freut sich, dass er im „Jahr des Priesters“ sein silbernes Priesterjubiläum feiern darf. Er hat einmal gelesen: „Nicht der Tag der Priesterweihe ist das Größte. Größer ist noch die Treue, die durch Jahrzehnte das Tägliche festhält. Groß ist der, der im kleinen wirkt, der Tag um Tag sich um Gewissenhaftigkeit bemüht, der nicht das Außerordentliche sucht, wohl aber das Alltägliche in außerordentlicher Treue vollbringt“, ist er sich bewusst, dass man sich als Priester noch so sehr um Menschen bemühen mag, man aber nicht allen gerecht werden kann.
Die Feier des silbernen Priesterjubiläums und die Einweihung des Kreuzzentrums beginnen am Pfingstmontag, 24. Mai 2010 mit dem Festhochamt um 9:30 Uhr in der Pfarrkirche St. Ludgerus Heek. Im Anschluss an den Gottesdienst wird das neue Kreuzzentrum eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben. Dann besteht im Saal des Kreuzzentrums die Möglichkeit, Pfarrer Josef Leyer zum silbernen Priesterjubiläum zu gratulieren. Zeitgleich beginnt das große Pfarrfest im Bereich Ludgeruskirche, Seniorenheim und Kreuzzentrum. Um 18 Uhr ist die Kreuzandacht in der Ludgeruskirche. Die ganze Gemeinde ist zu diesem Festtag herzlich eingeladen. Pfarrer Leyer bittet anstelle von Geschenken um Spenden für die Priesterausbildung in Paraguay und Brasilien in den Diözesen der Missionsbischöfe Ludger Alfert, Josef Haring und Martin Lammers. Der Erlös des Pfarrfestes ist für das Kreuzzentrum bestimmt.
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